2013 wechselte der heute 29-jährige Stefan Schumnig vom Österreichischen Rekordmeister EC KAC zum EHC Crocodiles Kundl. Drei Saisons lief der Kärntner im Dress der Kundler auf. In seiner für den EHC dritten und letzten Saison holte er 2016 als Spielmacher (32 Assists, 12 Tore) mit den Kundlern den Tiroler Meistertitel. Kurz vor dem entscheidenden Final-Spiel gegen die WSG Wattens Penguins titelte die Tiroler Tageszeitung „Ohne Eliteliga-Titel fährt Schumnig nicht nach Hause“ – und das musste er auch nicht. Wir freuen uns sehr, dass er dem EHC-Onlineteam nun für ein Interview zur Verfügung steht.

Schumnig beim Derby gegen den HC Kufstein; Foto: Friedl Schwaighofer

Vielen EHC Kundl Fans bist du nach wie vor in bester Erinnerung. Wie geht es dir und wie war dein sportlicher Werdegang nach deiner Zeit bei den Crocodiles?

Liebe EHC Familie, mir geht es soweit sehr gut. Ich habe das Glück, in dieser schwierigen Zeit weiter arbeiten zu dürfen und somit nicht ganz so arg eingeschränkt zu sein. Jedoch geht mir der Eishockey-Sport inzwischen doch schon sehr ab.

Nachdem ich damals schweren Herzens aufgrund privater Umstände und eines tollen Jobangebots Kundl in Richtung Heimat verließ, fasste ich sportlich in der Kärntner Liga Fuß – zwei Saisonen bei den Pirates aus Velden und zwei Saisonen inklusive einem Meistertitel bei den Rhinos aus Althofen. Ich denke, die Liga in Kärnten ist vom Niveau her mit jener in Tirol zu vergleichen. Leider musste diese Saison bereits früh aufgrund bekannter Umstände abgesagt werden.

Mit dir als Spielgestalter hatte der EHC Kundl sehr erfolgreiche Saisonen. Mit dem ersten Tiroler Meistertitel in der Vereinsgeschichte wurde bis dato auch der größte Erfolg gefeiert – deine Erinnerungen daran?

Die Zeit bei den Crocodiles gehörte neben der Zeit als ich mit meinem Bruder im selben Verein spielte zu den schönsten, die ich in meiner Eishockeykarriere bis jetzt erleben durfte. Wir waren damals eine richtig geile „eingeschweißte“ Truppe. Es gab keine Einzelkämpfer, jeder gab alles für den anderen. Die Mannschaft hielt in guten wie in schlechten Phasen immer zusammen und wir versuchten uns stetig zu verbessern. Vor allem aber, und das war uns wichtig, war der Spaß am Eishockey größer denn je. Ich denke, das konnte man auch als Zuschauer sehen. Es war schon eine sehr besondere Saison mit sehr vielen schönen Erinnerungen, an die ich immer wieder gerne zurück denke.

Du bist der jüngere Bruder von Nationalspieler Martin Schumnig. Wirst du oft mit ihm gemessen?

Um ganz ehrlich zu sein: eigentlich gar nie. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er Verteidiger ist und ich Stürmer bin – somit also schwer vergleichbar.
 
Die Crocodiles hatten mit jungen Kärntner Spielern wie Nico Holzer, Markus Steiner und eben mit dir tolle und hungrige Spieler in ihren Reihen. Wie kommt es, dass junge KAC-Talente fernab ihrer Heimat auf Torejagd gehen?

Leider war und ist es in Österreich nicht einfach, in einer Profimannschaft als junger Spieler Fuß zu fassen. Es hängt von so vielen Faktoren ab, auf die ich jetzt nicht näher eingehen will. Man wird sehen wie sich der Sport in den nächsten Jahren entwickeln wird und ich hoffe, dass jungen Spielern mehr Wertschätzung und vor allem Vertrauen entgegengebracht wird, als es damals der Fall war. Umso schöner war es, dass ich damals vom EHC Kundl kontaktiert wurde und ich drei Saisonen lang für die Crocodiles auf Punktejagd gehen durfte.
 
Du bist bis dato der einzige Spieler, dessen Nummer (Anm. # 77) als „Retired Number“ erklärt wurde und daher auch nie wieder vergeben wird. Wie stolz macht dich das?

Ja, das ist der Wahnsinn! Das kannte man früher eigentlich nur aus der NHL. Anfangs dachte ich, dass das nur ein Scherz wäre, doch als ich dann auch noch Bilder von mir auf dem neuen Vereinsbus per WhatsApp zugeschickt bekam, musste ich schon ein bisschen schmunzeln. Ich glaube, eine größere Ehre gibt es für einen Eishockeyspieler nicht – ich war und bin überwältigt.

Möchtest du auf diesem Wege eine Botschaft an die Kundl-Anhängerschaft übermitteln?

Liebe Crocodiles, Kundler, Freunde und Fans des EHC, wie auch ich, hofft bestimmt auch ihr, dass die derzeitige Situation sehr bald wieder zur Normalität übergehen wird und dass nächsten Winter wieder eine normale Saison gespielt werden kann. Bleibt bis dahin optimistisch, schaut auf euch und eure Familien.

Stefan Schumnig

Stefan Schumnig

Ex-Stürmer, EHC Crocodiles Kundl

Stefan Schumnig, geboren am 27. Februar 1991, spielte drei Saisons im Dress des EHC Crocodiles Kundl. Bevor der Kärntner nach Kundl wechselte, lief er für seinen Stammverein und Österreichischen Rekordmeister EC KAC auf. In Kundl holte er 2016 den Tiroler Meistertitel, dann kehrte er in seine Heimat zurück. Nun kämpft Schumnig für den EHC Althofen in der höchsten Kärntner Liga um Punkte.

Foto: Friedl Schwaighofer

Teile diesen Post