Stefan Rainer, die # 8 des EHC Crocodiles Kundl, ist ein waschechtes Kundler Urgestein. Der 34-jährige Stürmer war schon im Nachwuchs für die Crocodiles auf dem Eis und feierte jung sein Debüt in der Kampfmannschaft. Der Assistant-Captain holte mit seinem Stammverein den Tirolcup und einen Meistertitel. Nun freuen wir uns auf ein Interview mit ihm.

Stefan, mit deiner langjährigen Eishockey-Erfahrung zählst du mittlerweile in der Kundler Kampfmannschaft zu den arrivierten Spielern. Kommt dir deshalb eine spezielle Aufgabe und Rolle in der Mannschaft zu?

Mit meinen 34 Jahren wird mir schön langsam der Ablaufstempel für die aktive Eishockeyzeit aufgedrückt, besonders in dieser Liga wird es nicht leichter für mich. Die Muskeln brauchen länger zum Regenerieren und die Gegenspieler werden immer jünger, besser, schneller und wendiger. Aber Kampf und Einsatzbereitschaft sind nicht vom Alter abhängig und die Routine steigt von Jahr zu Jahr – diese weiß ich mittlerweile ganz gut einzusetzen.

Ich sehe meine Aufgabe darin, die jungen Spieler in die Mannschaft heranzuführen und sie auch so gut wie möglich einzubinden. Als einer der älteren Spieler habe ich durchaus eine Vorbildfunktion gegenüber den Youngsters, ich versuche diese so gut wie möglich zu erfüllen. Es würde mir eine große Freude bereiten, wenn einer dieser jungen Spieler in naher Zukunft mir den Rang abläuft – dann kann ich beruhigt in Eishockey-Pension gehen.

Für mich ist es auch wichtig, dass der „Schmäh“ in der Kabine läuft, damit innerhalb des gesamten Teams eine harmonische Stimmung herrscht – dies ist für mich persönlich auch ein wichtiger Grundstein für eine erfolgreiche Saison.

Du hast selber schon in jungen Jahren dein Debüt in der Kundler Kampfmannschaft gegeben. Was hat sich seitdem im Tiroler Eishockey geändert?

Das Eishockey in Tirol wird von Jahr zu Jahr immer schneller, härter, strukturierter und es kommen immer mehr gute Spieler zu uns in die Liga. Nicht nur die Liga wurde stärker, sondern auch unser Team und deshalb es ist natürlich nicht einfach in Kundl ein Stammleiberl zu haben. Das erhöhte das Niveau im Training und der gesunde Konkurrenzkampf war immer gegeben, sodass man immer 100 % und mehr geben muss.

In den letzten Wochen mussten wir alle schmerzlich erfahren, wie sehr uns der Sport – aber vor allem das Eishockey – fehlt. Wie geht bzw. erging es dir mit dieser Situation?

Natürlich war die Information über den Saisonabbruch eine schmerzhafte Nachricht, aber die Gesundheit geht vor. Am Anfang dachte man, das würde sicherlich nur zwei, drei Wochen dauern, aber mittlerweile wäre ich schon ganz froh, wenn wir im September wieder auf dem Eis stehen dürfen. Ich vermisse klarerweise nicht nur das Spiel selbst, sondern auch das ganze Drumherum: die Fans, die harten sowie auch die taktischen Trainings, die Spiele und vor allem das Team, besonders die Nachbesprechungen. (schmunzelt)

Gibt es einen Moment in deiner Eishockey-Karriere, an den du dich immer wieder gerne zurückerinnerst?

Hm, eigentlich wäre das eine einfache Frage, die ich mit dem Meistertitel und dem Tirolcuptitel sofort beantworten könnte, aber umso mehr ich darüber nachdenke, desto mehr schöne Erinnerungen und Momente fallen mir ein. Sei es ein gelungener „Schmäh“ auf dem Eis, ein schön herausgespieltes Tor oder ein hart erkämpfter Derbysieg … all diese Erinnerungen hier aufzuzählen würde noch eine Weilchen dauern.

Was wünscht du dir für deine (Eishockey-) Zukunft und was möchtest du den vielen EHC-Freunden noch mit auf dem Weg geben?

Noch ein, zwei tolle Jahre mit dem ein oder anderen Titel und das verletzungsfrei. Schön wäre das in einer etwas attraktiveren Liga.

An die komplette Crocodiles-Famile: Kommt gesund durch diese schwere Zeit und auf ein baldiges Wiedersehen!

Eure # 8

Stefan Rainer

Stefan Rainer

Stürmer, EHC Crocodiles Kundl

Stefan Rainer, geboren am 6. Mai 1986, absolvierte bisher für den EHC Kundl schon über 350 Spiele. Weiters lief er zwischen 2004 und 2010 für Kufstein sowie Zirl auf, nachdem die Crocodiles aber in die Eliteliga aufgestiegen waren, striff Stefan wieder das Dress seines Stammvereins Kundl über. Während eines kurzen Intermezzos mit dem EHC Weerberg holte er 2018 als zweiter Topscorer den Tiroler Landesligameistertitel. Seit 2018 geht er nun wieder für die Crocodiles auf Torejagd und führte 2018/19 neben seiner Spielertätigkeit bei der Kampfmannschaft das neu etablierte Crocodiles-Farmteam als Trainer in die Play-Offs.

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