Fabian Hechenberger wechselte 2010 nach Kundl zu den Crocodiles. In dieser Zeit konnte er sich zu einem Führungsspieler und Kapitän entwickeln. In bereits über 140 Spielen im Dress der Crocodiles erzielte er 71 Tore und bereitete 132 vor. Im Interview mit dem EHC-Online-Team spricht er mit uns über Vereinstreue, den Tiroler und Österreichischen Eishockey, neue Prioritäten in seinem Leben und über die Zukunft. Viel Spaß beim Lesen!

Du spielst mittlerweile schon einige Saisonen bei den Crocodiles in Kundl. Kannst du uns den Grund für deine Vereinstreue nennen?

In der kommenden Saison gehe ich in meine zehnte Saison bei den Crocodiles. Das Gesamtpaket ist einfach top. Wir haben jährlich eine Mannschaft, die um den Titel mitspielt, eine Eishalle = Dach über den Kopf, eine gute Organisation im Verein etc.

Vereinstreue ist leider zu einer Seltenheit im modernen Sport geworden. Der Verein ist wie eine Familie, in welcher ich mich immer willkommen fühle und ich mein sportliches Zuhause gefunden habe.

Wenn man sich die Situation in der ICEHL und der AHL anschaut, fällt auf, dass die Tiroler Teilnehmer eine untergeordnete Rolle spielen. Hinkt das Tiroler Eishockey im Vergleich zu den anderen Bundesländern hinterher?

Das ist ein ganz schwieriges Thema. Für den Nachwuchs sieht es leider sehr düster aus, nicht nur in Tirol, sondern in ganz Österreich.

Meiner Meinung nach ist das größte Problem die Punkteregel in der ICEHL. Die Vereine verpflichten 10 – 12 Imports und die einheimischen Spieler, egal ob Jung oder „Alt“, bleiben auf der Strecke.

Es gehören maximal fünf Legionäre pro Team zugelassen und der Rest der Mannschaft muss mit einheimischen Spielern bestückt werden. Jeder Verein müsste somit noch mehr Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit legen, um später davon zu profitieren, national als auch international. Beispielsweise wie im Schweizer Eishockey.

Im Sommer steht im Hause Hechenberger Nachwuchs an und die Prioritäten werden sich natürlich ändern. Warum wird zukünftig Sport und vor allem Eishockey trotzdem eine große Rolle für dich spielen?

Das ist korrekt. Meine Freundin Anna und ich erwarten im Juni unser erstes gemeinsames Kind. Die Prioritäten werden sich vermutlich etwas ändern, aber das ist mit einem neuen Familienmitglied, denke ich, normal und auch etwas Schönes.

Wir als Paar sind sportlich sehr aktiv und werden dies, so gut wie möglich, auch mit Kind weiterführen. Sport und vor allem Eishockey waren immer schon ein großer und wichtiger Bestandteil meines Lebens und das wird auch weiterhin so bleiben. Schließlich haben wir ja ab der kommenden Saison einen Fan mehr, der uns anfeuert.

Wenn du für die Zukunft beim EHC Kundl drei Wünsche hättest, welche wären dies?

Drei Wünsche:

  1. Ein Grillfest mit der Mannschaft samt kompletter Crocodiles-Familie inkl. Fans, sobald es die Situation wieder zulässt.
  2. Attraktives, spannendes und erfolgreiches Eishockey für die kommenden Jahre.
  3. Einen Meistertitel als Spieler vor meiner Eishockey-Pension.

Was möchtest du auf diesem Weg unseren vielen treuen Fans mitteilen?

Ich wünsche allen viel Gesundheit, einen angenehmen Sommer und freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit euch allen – in einer hoffentlich bald ausverkauften Kundler Eisarena.

Fabian Hechenberger

Fabian Hechenberger

Kapitän, EHC Crocodiles Kundl

Fabian Hechenberger, geboren am 7. Oktober 1989, erlernte das Eishockeyspielen beim HC Innsbruck, wo er unter anderem in der U20 spielte und 2008 sein Debut in der Bundesliga (EBEL) gab. 2010 wechselte der nunmehrige Kapitän der Kampfmannschaft von den Haien nach Kundl zu den Crocodiles.

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